Betreuungskraft zieht ein: Zimmer vorbereiten, Tagesablauf und die ersten 48 Stunden

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Liane Vogel

Liane Vogel

Kundenberaterin für Seniorenbetreuung

0800-70088202

    Betreuungskraft kommt mit Koffer an und wird von Seniorin und Tochter an der Haustür begrüßt
    Hinzugefügt am: 19.09.2026 um 10:06 Uhr

    Geprüft von Karina Krupa Kundendienstbüro, Jaso24

    Auf den Punkt gebracht: Zieht für die 24-Stunden-Betreuung eine Betreuungskraft ein, braucht sie ein eigenes, abschließbares Zimmer mit Bett, Schrank, Tisch, Fenster und Heizung, dazu WLAN sowie Zugang zu Bad und Küche – ein eigenes Bad ist nicht nötig. Legen Sie vor der Ankunft eine Notfallmappe mit Medikationsplan, Arzt- und Notfallnummern, Gewohnheiten und Tagesrhythmus an und regeln Sie Schlüssel, Haushaltsgeld und Hausregeln. In den ersten 48 Stunden sollte ein Familienmitglied im Haus sein: ankommen lassen, Haus zeigen, den Tagesablauf einmal gemeinsam durchgehen. Bei Jaso24 beginnt die Betreuung in der Regel 4 bis 6 Tage nach dem Erstgespräch – genug Zeit für diese Vorbereitung.

    Die Betreuungskraft zieht ein: Was müssen wir vorbereiten?

    Der Termin steht, in wenigen Tagen zieht ein fremder Mensch bei Ihrer Mutter oder Ihrem Vater ein. Genau jetzt melden sich bei vielen Töchtern und Söhnen die Zweifel: Ist das Gästezimmer gut genug? Und was, wenn die beiden sich nicht verstehen?

    Ob der Start gelingt, hängt weniger von der perfekten Wohnung ab als von ein paar Vorbereitungen – und davon, wie die ersten zwei Tage ablaufen. Was die Betreuung grundsätzlich umfasst, lesen Sie auf der Seite 24-Stunden-Pflege zu Hause.

    Zimmer für die 24-Stunden-Pflegekraft: Welche Anforderungen gelten?

    Die Betreuungskraft wohnt mehrere Wochen am Stück im Haus, weit weg von ihrer Familie. Ihr Zimmer ist der einzige Ort, an dem sie die Tür hinter sich schließen kann. Auch der Pflegewegweiser NRW der Verbraucherzentrale rät, vor dem Einsatz zu klären, ob ein möbliertes Zimmer, ein Bad sowie ein Telefon- und Internetanschluss für den Kontakt nach Hause vorhanden sind. Das sollte das Zimmer bieten:

    • Eigenes, abschließbares Zimmer – kein Durchgangszimmer, kein Schlafsofa im Wohnzimmer.
    • Bett mit guter Matratze, frische Bettwäsche und Handtücher.
    • Schrank mit genug Platz für die Kleidung mehrerer Wochen.
    • Tisch und Stuhl, dazu eine Leselampe.
    • Fenster mit Tageslicht und Verdunkelung, außerdem eine funktionierende Heizung.
    • WLAN – für den abendlichen Videoanruf bei der eigenen Familie; nach Möglichkeit auch ein kleiner Fernseher.
    • Zugang zu Bad und Küche, dazu ein freies Fach im Bad und im Kühlschrank.

    Ein eigenes Bad ist nicht erforderlich, klare Absprachen genügen – etwa, wer morgens zuerst ins Bad geht. Unterkunft, Essen und Getränke stellt die Familie kostenfrei. Mehr zum Zusammenleben lesen Sie im Beitrag Betreuung in häuslicher Gemeinschaft.

    Räumen Sie das Zimmer wirklich frei: Wer zwischen Bügelbrett und Winterjacken wohnt, fühlt sich geduldet, nicht willkommen.

    Checkliste: Was sollten Sie vor der Ankunft der Betreuungskraft regeln?

    Was Sie im Kopf haben, gehört aufs Papier. Bewährt hat sich eine Notfallmappe an einem festen Platz, zum Beispiel neben dem Telefon.

    Was gehört in die Notfallmappe?

    • Notfallnummern: 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, Ihre Mobilnummern und die Nummer einer Vertrauensperson in der Nähe.
    • Arzt- und Apothekennummern: Hausarztpraxis, Fachärzte, Apotheke, ambulanter Pflegedienst.
    • Aktueller Medikationsplan aus der Arztpraxis. Gesetzlich Versicherte, die mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig und über mindestens 28 Tage anwenden, haben nach § 31a SGB V Anspruch auf einen Plan in Papierform.
    • Gesundheit: Diagnosen, Allergien, Hilfsmittel wie Hörgerät, Brille, Zahnprothese – und wo sie liegen.
    • Tagesrhythmus: Aufstehen, Mahlzeiten, Mittagsruhe, Lieblingssendung, Schlafenszeit.
    • Essensvorlieben: Lieblingsgerichte, was gar nicht geht, ärztliche Vorgaben zur Ernährung.
    • Gewohnheiten: gewünschte Anrede, Themen, die Freude machen oder aufregen; bei Demenz die Lebensgeschichte in Stichworten.
    • Haus: Sicherungskasten, Haupthahn, Heizung, Mülltrennung, Bedienung von Herd und Waschmaschine.

    Wichtig: Die Betreuungskraft erinnert an die Einnahme der Medikamente. Das Stellen – also das Vorsortieren in die Tablettenbox – und das Dosieren gehören nicht zu ihren Aufgaben. Das übernimmt, wie Injektionen und Wundversorgung, auf ärztliche Verordnung ein ambulanter Pflegedienst. Klären Sie vor der Anreise mit Hausarztpraxis und Pflegedienst, wer die Medikamente künftig stellt.

    Schlüssel, Haushaltsgeld, Hausregeln: Was sollte geregelt sein?

    • Schlüssel: je einer für Haustür und eigenes Zimmer; ein Ersatzschlüssel liegt bei Ihnen oder bei Nachbarn.
    • Haushaltsgeld: fester Wochenbetrag in einer separaten Geldbörse, Quittungen sammeln, einmal pro Woche abrechnen. Keine Bankkarte mit PIN.
    • Wertsachen: Bargeld, Schmuck und wichtige Unterlagen gehören an einen verschlossenen Ort. Das schützt alle vor Missverständnissen.
    • Hausregeln: Rauchen (wenn, dann wo?), Haustiere (wer füttert?), Ruhezeiten, private Räume.

    Rauchen, Haustiere oder Allergien nennen Sie uns am besten schon in der Bedarfsanalyse – dann berücksichtigen wir sie bei der Suche. Sie erhalten bis zu 5 passende Betreuungskräfte zur Auswahl und entscheiden selbst.

    Anreisetag und die ersten 48 Stunden: Was passiert wann?

    Nehmen Sie sich möglichst vom Anreisetag an zwei, drei Tage frei – oder teilen Sie sich die Tage mit Geschwistern. Die Anreise organisieren wir, die Fahrtkosten sind im Preis enthalten. Die Betreuungskraft hat viele Stunden Fahrt hinter sich; nehmen Sie sich für den ersten Tag deshalb wenig vor.

    WannWas passiertTipp
    Ankunft, erste StundeBegrüßung, Koffer ins Zimmer, etwas essen und trinkenKein Programm. Zimmer, Bad und WLAN zeigen, dann eine Stunde Ruhe.
    Zweite bis vierte StundeKennenlernen zu dritt bei einer Tasse Kaffee, Rundgang durchs HausIhr Angehöriger ist Gastgeber, nicht „der Pflegefall“. Küche, Hilfsmittel, Notfallmappe zeigen.
    Erster AbendAbendessen, Erinnerung an Medikamente, ZubettgehenSie machen vor, die Betreuungskraft schaut zu und hilft mit. Früh Feierabend.
    Folgetag, 7 bis 10 UhrMorgenroutine: Aufstehen, Körperpflege, Anziehen, FrühstückIn der Nähe bleiben, Schritt für Schritt übergeben.
    Folgetag, VormittagNotfallmappe und Tagesplan durchgehen, Weg zu Supermarkt und ApothekeEinmal zusammen einkaufen: Marken, Mengen, Quittung.
    Folgetag, NachmittagDie ersten 1 bis 2 Stunden zu zweit, ohne SieGehen Sie bewusst aus dem Haus und bleiben Sie telefonisch erreichbar.
    Zweiter Tag nach der AnreiseDie Betreuungskraft übernimmt den Morgen allein; Pausen und freie Zeit besprechenNur noch beobachten, nicht jede Kleinigkeit korrigieren.
    Nach 48 StundenKurzes Gespräch zu dritt: Was läuft gut, was fehlt?Einen festen Telefontermin vereinbaren – statt vieler Kontrollanrufe.
    Vorbereitetes Zimmer für die Betreuungskraft mit Bett, Schrank, Schreibtisch und Fenster

    Wie sieht der Tagesablauf in der ersten Woche aus?

    Der Tag folgt den Gewohnheiten Ihres Angehörigen, nicht einem Dienstplan: Aufstehen, Mahlzeiten, Spaziergang und Mittagsruhe bleiben, wie sie waren. Ein Tagesplan in der Küche hilft der Betreuungskraft – und zeigt Ihrer Mutter oder Ihrem Vater, dass sich nicht alles ändert.

    Zum Plan gehören auch Pausen und freie Zeit der Betreuungskraft. „24 Stunden“ heißt: Sie wohnt im Haus und ist im Notfall ansprechbar – nicht, dass sie 24 Stunden arbeitet. Arbeits- und Ruhezeiten sind im Dienstleistungsvertrag festgelegt; regelmäßige Nachtarbeit oder Nachtwachen gehören nicht zum Angebot. Klären Sie deshalb früh, wer in den freien Stunden da ist: Sie, Geschwister, eine Nachbarin oder die Tagespflege.

    Wie klappt die Verständigung, wenn das Deutsch noch holpert?

    Unsere Betreuungskräfte sprechen Deutsch; das nötige Sprachniveau stimmen wir in der Bedarfsanalyse mit Ihnen ab. Trotzdem machen Dialekt, Schwerhörigkeit und Aufregung die ersten Tage anstrengend. Das hilft:

    • Kurze Sätze, eine Bitte pro Satz, Hochdeutsch statt Dialekt. Langsamer sprechen, nicht lauter.
    • Zeigen statt erklären: Handgriffe einmal vormachen, dann machen lassen.
    • Übersetzungs-App auf dem Smartphone für alles, was genau sein muss.
    • Zettel und Piktogramme: beschriftete Schränke, ein Wochenplan mit Bildern, eine Liste mit den Namen der Familie.
    • Richtig nachfragen: „Zeigen Sie mir bitte, wie Sie es machen würden“ statt „Haben Sie verstanden?“ – auf die zweite Frage sagt fast jeder Ja.
    • Übergabeheft: ein Notizheft in der Küche für Besonderheiten des Tages.

    Wie fasst Ihre Mutter oder Ihr Vater Vertrauen?

    Für viele alte Menschen ist nicht die Hilfe das Problem, sondern das Eingeständnis, sie zu brauchen. Stellen Sie die Betreuungskraft deshalb mit Namen vor und mit dem, was durch sie leichter wird: „Das ist Anna, sie kocht mit dir und ist da, wenn ich arbeite.“ Lassen Sie Ihren Angehörigen entscheiden, wo immer es geht – was gekocht wird, ob man beim Sie bleibt.

    Vertrauen entsteht über Alltägliches: zusammen essen, das Fotoalbum ansehen. Die Körperpflege kommt danach. Will Ihre Mutter sich am ersten Tag nicht von einer Fremden waschen lassen, ist das normal.

    Bei Demenz gilt das doppelt: Erklärungen werden vergessen, das Gefühl bleibt. Vielleicht fragt Ihr Vater anfangs mehrmals, wer die Frau im Haus ist, oder schickt sie weg. Dann helfen die immer gleiche Begrüßung, feste Abläufe und vertraute Dinge am gewohnten Platz. Diskutieren hilft nicht. Mehr dazu im Beitrag 24-Stunden-Betreuung bei Demenz zu Hause.

    Typische Reibungspunkte in der ersten Woche – und was hilft

    ReibungspunktWas dahinterstecktWas hilft
    „Das Essen schmeckt anders“Andere Küche, andere WürzeDrei Lieblingsgerichte einmal gemeinsam kochen, Rezepte in die Mappe legen.
    Hilfe bei der Körperpflege wird abgelehntScham vor einer FremdenZeit geben, gewohnte Reihenfolge einhalten, anfangs dabei sein.
    Pausen werden gestört„Sie ist ja sowieso da“Pausen in den Wochenplan eintragen, Vertretung regeln, die geschlossene Zimmertür respektieren.
    Fünf Kontrollanrufe am TagIhre eigene SorgeEin fester Telefontermin am Tag, dazu das Übergabeheft.
    Die Chemie stimmt nichtManchmal passen zwei Menschen nicht zusammenEtwa eine Woche Zeit geben, dann mit uns sprechen. Passt es weiterhin nicht, organisieren wir einen Wechsel.

    Kleinigkeiten sprechen Sie früh und freundlich direkt an. Bei allem, was darüber hinausgeht, rufen Sie uns an. Unsere Betreuungskräfte sind ordnungsgemäß bei ihrem Arbeitgeber in Polen angestellt und sozialversichert; Änderungen bei Aufgaben oder Arbeitszeiten besprechen Sie deshalb mit uns, und wir stimmen sie mit der Betreuungskraft ab.

    Karina Krupa und Liane Vogel sind Ihre festen deutschsprachigen Ansprechpartnerinnen. Ein Telefonat nach den ersten drei, vier Tagen lohnt sich – auch wenn alles gut läuft.

    Der erste Wechsel: Wie läuft die Übergabe?

    Nach einigen Wochen fährt die Betreuungskraft nach Hause, eine zweite übernimmt; meist wechseln sich zwei Betreuungskräfte ab, sodass Ihr Angehöriger bald beide kennt. Wir planen den Wechsel ohne Lücke und mit persönlicher Übergabe. Das können Sie beitragen:

    1. Notfallmappe und Tagesplan aktualisieren: Was hat sich seit dem Einzug geändert?
    2. Die abreisende Betreuungskraft bitten, im Übergabeheft festzuhalten, was gut funktioniert.
    3. Zimmer vorbereiten: frische Bettwäsche und Handtücher, leerer Schrank.
    4. Ihren Angehörigen einige Tage vorher auf den Wechsel einstimmen, den Abschied nicht verheimlichen und am Wechseltag erreichbar sein.

    Häufige Fragen

    Welche Anforderungen muss das Zimmer für eine 24-Stunden-Pflegekraft erfüllen?
    Die Betreuungskraft braucht ein eigenes, abschließbares Zimmer mit Bett, Schrank, Tisch, Fenster und Heizung. Dazu kommen WLAN, Bettwäsche und Handtücher sowie Zugang zu Bad und Küche. Unterkunft, Essen und Getränke stellt die Familie kostenfrei.

    Braucht die Betreuungskraft ein eigenes Bad?
    Nein, ein eigenes Bad ist nicht erforderlich. Es genügt, wenn die Betreuungskraft das Bad mitbenutzen kann und es klare Absprachen gibt, etwa zu den Zeiten am Morgen.

    Wie lange dauert die Eingewöhnung einer Betreuungskraft?
    Die ersten 48 Stunden dienen dem Ankommen und Kennenlernen. Nach der Erfahrung von Jaso24 dauert es etwa eine Woche, bis die Abläufe sitzen, und einige Wochen, bis Vertrauen gewachsen ist – bei Demenz kann es länger dauern. Eine feste Regel gibt es nicht.

    Muss ich bei der Ankunft der Betreuungskraft dabei sein?
    Ja, wenn irgend möglich. In den ersten 48 Stunden sollte ein Familienmitglied im Haus sein, um Haus, Gewohnheiten und Tagesablauf zu zeigen. Wer nicht kommen kann, bittet Geschwister oder eine vertraute Nachbarin.

    Was passiert, wenn es zwischen Betreuungskraft und Senior nicht passt?
    Geben Sie beiden etwa eine Woche Zeit und sprechen Sie Kleinigkeiten direkt an. Bleibt das Verhältnis schwierig, genügt ein Anruf bei Ihrer Ansprechpartnerin: Stimmt die Chemie nicht, organisiert Jaso24 einen Wechsel der Betreuungskraft.

    Welche Aufgaben die Betreuungskraft übernimmt und welche nicht, steht im Beitrag Was beinhaltet die 24-Stunden-Betreuung? Die Festpreise – ab 2.595 € im Monat, inklusive An- und Abreise, ohne Vermittlungsgebühr – finden Sie auf der Seite Kosten der 24-Stunden-Pflege.

    Nächster Schritt

    Sie sind unsicher, ob das Zimmer reicht oder wie Sie Ihre Mutter oder Ihren Vater auf den Einzug vorbereiten? Rufen Sie uns an: 0800 700 88 20, kostenfrei. Karina Krupa und Liane Vogel gehen Ihre Wohnsituation mit Ihnen durch, ehrlich und ohne Zeitdruck. Oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

    Stand: September 2026. Dieser Beitrag gibt praktische Hinweise aus der Betreuungspraxis und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung. Medizinische Fragen klären Sie bitte mit der Hausarztpraxis.